Freitag, 29. September 2005
 
Das war er also - der Tag des Einzugs. Nachdem nicht wenige Anbieter auf das Genaueste inspiziert wurden, entschieden wir uns nach reiflichen Überlegungen und einem aufschlussreichen Gespräch mit einer Sachverständigen für ein artgerecht gestaltetes Aquarium, das wir gut zehn Zentimeter hoch mit Sägespänen füllten und Waldboden bedeckten. Eine Ecke mit Heu, ein Hamsterhaus, ein ausgehöhlter Holzstumpf und natürlich ein sicheres Laufrad gesellten sich zu Wasser- und Fressnäpfen sowie einer Schale mit Chinchilla-Sand.
Fehlte also nur noch der Mitbewohner. Nach eingehendem Studieren diverser Hamsterliteratur stand mein Entschluss fest: ein weißer Dshungare sollte es werden. Dass aber gerade Dshungaren nicht zwingend Einzelgänger sind, wie beispielsweise Goldhamster, war mir bis dato nicht bekannt.
 
Wir standen vor dem Aquarium der Zoohandlung und versuchten, einen Blick auf das Leben darin zu erhaschen. Aussichtslos! Selbst die Verkäuferin war kurzzeitig verwirrt und suchte das Innere des Aquariums ab. Ein Dshungare in Saphir (der künftige Anaken Skywalker) kam im Futtertrog zum Vorschein, ein weiterer in Agouti (der künftige Obi Wan Kenobi) hing schlafend in der Heuraufe. Nachdem uns versichert wurde, dass beide Brüder und somit aller Wahrscheinlichkeit nach verträglich bis an das Ende ihrer Hamstertage sind, stand unser Familienzuwachs fest!
 
Nach der Aufregung der Fahrt konnten sie jedoch schon bald ihr neues Zuhause inspizieren. Laufrad, Baumstumpf und Heuecke wurden sofort angenommen. Selbst vor meiner Hand hatten sie keinerlei Scheu.
 
Am späten Abend jedoch gab es den ersten Grund zur Aufregung: während Obi munter durch das Aquarium sauste, sich im Chinchilla-Sand rücklinks badete oder das Laufrad fast zum Glühen brachte, war Anaken spurlos verschwunden! Sämtlicher Unterschlupf wurde angehoben und durchsucht, bis beim vorsichtigen Wühlen in den Sägespänen ein Näschen hervorragte und uns zwei müde Augen anblinzelten. Mehr als das Köpfchen ragte jedoch nicht heraus.
 
 Samstag, 1. Oktober 2005
 
Zwar ist Anaken eindeutig die größere Schlafmütze, wenn er aber wach ist, dann mit Power. Den Kampf, in welche Richtung das Laufrad laufen soll, gewinnt er grundsätzlich. Ebenso legt er ein Tempo vor, das Obi oftmals zum Überschlag bringt.
Dennoch ist Obi der Zutraulichere der beiden. Er kommt von sich aus die Hand, holt sich Leckerchen ohne Scheu ab und beschnüffelt und beknabbert jeden neuen Menschen. Heute haben wir zum ersten Mal Walnüsse angeboten, die dankbar angenommen wurden.
 
 Montag, 3. Oktober 2005
 
Man sollte keine schlafenden Hamster wecken! Ordentlich Mecker bekam ich gestern Abend von Anaken, als ich ihn (ziemlich besorgt) aus dem gut fünf Zentimeter tiefen Einstreu ausbuddelte. Mit lautem, scharfen Surren tat er seinen Unmut darüber kund! Anaken scheint einen kurzen "Hamstertag" zu haben: erst nach 21.00 Uhr buddelt er sich aus, rennt wie irre in seinem Rad und ist in den frühen Morgenstunden auch schon wieder verschwunden.
 
Obi Wan dagegen erscheint pünktlich um acht zur Fütterung und wuselt dann bis am nächsten Morgen um zehn im Käfig herum. Inzwischen reagiert er sofort auf die Hand und springt freudig drauf. Auch Streicheln (mit dem kleinen Finger!) mag er gerne.
Leckerlis, wie getrocknete Nudeln, sind nicht besonders angesagt. Ebenso Karotten. Dagegen kommen Walnüsse gut an. Und gegen Gurken haben die beiden auch nichts auszusetzen.
 
 Sonntag, 24. Dezember 2006
 
Am Morgen dieses Heiligabends ist Obi Wan gestorben. Es begann bereits am gestrigen Abend und wir haben ihn in seiner Transportbox ein kleines „Einzelzimmer“ hergerichtet. Dort schlief er gegen sieben Uhr für immer ein. Wir vermissen ihn sehr...
 
 
 

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